E+E Diskurs: Wie krisenfest ist unsere Energieversorgung?
Michèle Knodt und Florian Steinke sprachen in ihrem Impulsvortrag darüber, wie Bürger:innen die Resilienz von Energiesystemen in der Krise stärken können. © Keuth /
- News
Wie krisenfest ist unsere Energieversorgung? Und welche Rolle spielen wir selbst? Am Donnerstag, 26. März brachte die Veranstaltung „E+E Diskurs“ des Forschungsfeldes Energy + Environment der Technischen Universität Darmstadt Resilienzforschung aus dem LOEWE-Zentrum emergenCITY und DiReX auf die Bühne.
Resilienz entsteht nicht nur im Netz, sondern im Zusammenspiel von Infrastruktur, Governance und gesellschaftlichem Handeln. Dezentrale Notfallinseln können Bürger:innen im Blackout zu aktiven Teilnehmer:innen machen, etwa durch das Teilen von Strom bspw. aus PV-Anlagen im Quartier. Energieautarke, smarte Systeme können im Krisenfall nicht nur sich selbst, sondern auch kritische Funktionen stabilisieren.
Diese Perspektiven brachten Florian Steinke, Principal Investigator im LOEWE-Zentrum emergenCITY und Professor für Energieinformationsnetze und -systeme an der TU Darmstadt, und Michèle Knodt, Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX), stellvertretende Koordinatorin in emergenCITY und Professorin für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt, im E+E Diskurs ein – als Einblick in aktuelle Forschung aus emergenCITY und DiReX.
Wunsch: Dezentrale erneuerbare Energien könnten die Notversorgung in Krisen sichern
Michèle Knodt stellte das Konzept der dezentralen Notfallinseln vor. © /
Florian Steinke machte deutlich, dass die Regelung der Umrichter heute noch nicht geeignet ist, um die Idee der dezentralen Notfallinseln zu realisieren. © Keuth /
Heute sind dezentrale Notfallinseln, wie sie entstehen könnten, wenn Besitzer:innen von PV-Anlagen ihren Strom in Krisen teilen würden, noch nicht möglich, da unter anderem die Regelung der Umrichter nicht geeignet ist und zufällig entstehende Inselnetze derzeit im Sinne des Arbeitsschutzes schnellstmöglich lahmgelegt werden. Aber da immer mehr Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher entstehen, steigen die Möglichkeiten für zukünftige Notfallverteilnetze.
In ihrer Forschung konnten Knodt und Steinke zeigen, dass eine Mehrheit bereit wäre, ihren Strom als Gemeingut zu teilen. Für die Umsetzung sind neben den technischen Voraussetzungen auch rechtliche Rahmenbedingungen nötig, auf die Steinke und Knodt kurz eingingen.
Die Zukunft der Energieversorgung entscheidet sich nicht allein technisch
Podiumsdiskussion mit Edwin Schick, Christoph Schneiders, Dennis Volk und Michèle Knodt. © Keuth /
In der anschließenden Diskussion mit Edwin Schick, technischer Geschäftsführer der Syna GmbH, Dr. Christoph Schneiders, Leiter operative Netz- und Systemführung bei Amprion, Dennis Volk, Leiter der Abteilung Energy System Resilience, Cybersecurity bei der Bundesnetzagentur und Michèle Knodt wurde deutlich: Die Zukunft der Energieversorgung entscheidet sich nicht allein technisch, sondern auch sozial und organisatorisch vor Ort.