Internationaler Tag der Katastrophenvorbeugung rückt Resilienz in den Mittelpunkt
Sandsäcke dienen als Schutzmaßnahme gegen Hochwasser. © Berit Kessler / Adobe Stock
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Katastrophen häufen sich und werden teurer. Zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung (International Day for Disaster Risk Reduction) am 13. Oktober macht Michèle Knodt, Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX) der TU Darmstadt, auf die Bedeutung der Krisenvorsorge aufmerksam.
„Krisen werden teurer, komplexer und häufiger. Die entscheidende Frage lautet: Investieren wir weiter erst dann, wenn die Katastrophe bereits eingetreten ist oder nutzen wir Forschung, Wissen und Technologie, um im Ernstfall besser vorbereitet zu sein?“, sagt Michèle Knodt, Professorin für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt und eine der beiden Direktor:innen in DiReX.
Der Internationale Tag der Katastrophenvorbeugung der Vereinten Nationen steht 2025 unter dem Motto „Resilienz finanzieren, nicht Katastrophen“ (Fund Resilience, Not Disasters). Der Leitgedanke trifft den Kern von DiReX. Im Anwendungs- und Transferzentrum geht es nicht darum, Katastrophen zu verhindern, sondern dazu beizutragen, ihre Bewältigung entscheidend zu verbessern.
Michèle Knodt, Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX) an der TU Darmstadt, betont zum UN-Aktionstag die Bedeutung vorausschauender Krisenvorsorge. © / IfP
„Jede Investition in Resilienz spart Leid und Kosten“
„Preparedness, die Fähigkeit, vorbereitet zu sein, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Schon heute verursachen Katastrophen direkte Schäden von rund 202 Milliarden US-Dollar jährlich. Tatsächlich liegen die wahren Kosten laut Global Assessment Report on Disaster Risk Reduction 2025 des UN-Büros für Katastrophenvorsorge UNDRR elfmal höher, bei fast 2,3 Billionen US-Dollar. Jede Investition in Resilienz spart also ein Vielfaches an Schäden, Leid und Kosten. Das Motto ‚Fund Resilience, Not Disasters‘ bringt das präzise auf den Punkt – und beschreibt genau das, was wir in DiReX tun“, so Michèle Knodt.
Ob digitale Zwillinge wie NEXUS, die Abhängigkeiten und Kaskadeneffekte zwischen Infrastrukturen sichtbar machen, oder Serious Games wie Krisopolis, die spielerisch Wissen über Notfallmanagement vermitteln: DiReX bringt die Forschung des LOEWE-Zentrums emergenCITY, einer Forschungskooperation unter der Federführung der TU Darmstadt zur Resilienz digitaler Städte, in die Praxis. Ziel ist es, durch digitale Resilienz kritische Infrastrukturen wie Energie, Wasser, Mobilität und Kommunikation widerstandsfähiger und damit auch die Gesellschaft im Krisenfall insgesamt handlungsfähiger zu machen.
Hintergrund zum Aktionstag
Der Internationale Tag der Katastrophenvorsorge wurde 1989 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen. Jährlich am 13. Oktober erinnert er daran, wie Menschen und Gemeinschaften weltweit ihre Anfälligkeit für Katastrophen verringern können. Mit dem diesjährigen Leigedanken ruft das UNDRR zum Umdenken auf: Wer jetzt Resilienz finanziert, kann spätere Kosten für Katastrophen vermeiden.