Litfaßsäule 4.0 in der Schau „Design for Democracy“ ausgestellt
Die Ausstellung "Design for Democracy" zeigt die Litfaßsäule 4.0 im Modell. © / DiReX
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Krisenkommunikation und Gestaltung zusammendenken: Die Litfaßsäule 4.0 ist ein Beispiel für die gelungene Integration resilienter Infrastruktur in das Stadtbild. Ein Modell der Säule ist jetzt und noch bis 9. August in der Ausstellung „Design for Democracy“ im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt zu sehen.
25 Projekte aus dem In- und Ausland wurden von den Kurator:innen für die erstmals im Museum Angewandte Kunst zusammengestellte Präsentation im Rahmen der „World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026“ ausgewählt. Es sind aktuelle Gestaltungsbeispiele aus der Region Frankfurt RheinMain, die mit europäischen Projekten verknüpft sind und das Verhältnis von Design und Demokratie beleuchten. Die Schau will neue Perspektiven auf Co-Kreation und Gemeinwohl eröffnen und die Wirksamkeit von guter Gestaltung hinterfragen. Am Mittwoch, 20. Mai wurde die Ausstellung feierlich eröffnet.
Ihre Lage an gut besuchten Orten in Wohnquartieren, gleichmäßig verteilt, macht die Litfaßsäule zu einem idealen Objekt als Informations- und Warnmittel für erfolgreiche Krisenkommunikation. Bis heute säumen rund 50.000 Litfaßsäulen Straßen, Grünzüge und öffentliche Plätze und prägen als Werbeträger das Bild unserer Städte.
Noch bis 9. August ist "Design for Democracy" im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main zu sehen. © / DiReX
Litfaßsäule 4.0 warnt auch noch bei Stromausfall
Die Idee zur Litfaßsäule 4.0, die nun als Modell und großformatiges Foto in der Ausstellung zu sehen ist, kam Joachim Schulze, Leiter Reallabore im Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX), im LOEWE-Zentrum emergenCITY. In einer Forschungskooperation mit dem Medienhaus Ströer entstand ein Prototyp, der 2025 auf dem Riegerplatz in Darmstadt eingeweiht wurde. Er zeigt Informationen und Warnmeldungen als Laufschrift auf drei LED-Anzeigen an, die in der Wandung des neuen Kapitells verbaut sind und von der Feuerwehr per Funksignal ausgelöst werden. Durch die energieautarke Energieversorgung bleibt die Litfaßsäule 4.0 bis zu 72 Stunden in Betrieb und kann auch bei großflächigen Infrastrukturausfällen als zuverlässiges Warnmittel dienen.
„Die Gestaltung der Litfaßsäule 4.0 vermittelt zwischen analogem Charme, moderner Technologie und urbanem Raum“, sagt Joachim Schulze. Die kreisrunde Form sei die DNA der Säule, welche sich in den geschwungenen Blenden und den gekrümmten LED-Anzeigen wiederfindet, während die Laufschrift in Farbigkeit und Duktus den Ton des öffentlichen Raumes trifft. „Nur in der bewussten Gestaltung von Technologien können wir Akzeptanz für deren Einsatz und gesellschaftliche Transformation schaffen. Dafür steht die Litfaßsäule 4.0.“
Die Litfaßsäule 4.0 befindet sich aktuell in der Erprobung und Evaluation, wozu auch eine Bürgerbefragung mit über 100 Teilnehmer:innen gehörte. Parallel dazu laufen Gespräche im Rahmen von DiReX, um der Frage nachzugehen, wie ein Serientyp aussehen und wie sich eine Skalierung des Projektes umsetzen ließe.
Joachim Schulze sprach zur Ausstellungseröffnung am 20. Mai 2026 mit Kuratorin Anna Scheuermann. © / DiReX