Litfaßsäule 4.0, Stadtmodell und Heinerbox südhessischen Gemeinden vorgestellt
Michèle Knodt, DiReX-Direktorin (l.) und Joachim Schulze, Leiter Reallabore (2.v.r.) stellten den Vertreter:innen der Gemeinden Otzberg und Münster das digitale Stadtmodell vor. © / DiReX
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Wie können Menschen informiert werden, wenn der Strom länger ausfällt? Wie erhöht digitale Technik die Resilienz in Krisen? Am Donnerstag, 19. März gab das Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX) Vertreter:innen der südhessischen Gemeinden Otzberg und Münster einen Einblick in die Forschung zu digitaler Resilienz.
Zunehmend bedrohen Extremwetterereignisse wie Starkregen, Trockenheit oder Stürme die Kommunen. Die Gemeinden Otzberg und Münster im Landkreis Darmstadt-Dieburg gehören zu Hessens Klima-Kommunen, die sich in besonderem Maße für Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel engagieren.
So lag es für Torsten Daum, Bauamtsleiter, Christine Laubscheer, Mitarbeiterin im Bauamt Otzberg sowie Thekla Hecker, Klimaschutzbeauftragte von Münster (Hessen), nahe, sich an der Technischen Universität Darmstadt über digitale Lösungen und Forschungsprojekte zu informieren, die Städte und Gemeinden in Krisen unterstützen. Michèle Knodt, DiReX-Direktorin, gab einen Überblick über die Themenvielfalt und die interdisziplinär geprägte Arbeit der Wissenschaftler:innen.
Litfaßsäule 4.0: Krisenkommunikation ohne Strom
Joachim Schulze, Leiter Reallabore bei DiReX, zeigte anhand eines Modells der Litfaßsäule 4.0, wie bestehende Infrastruktur genutzt werden kann, um Menschen auch bei einem Stromausfall zu informieren. Die Litfaßsäule 4.0 ist eine Erweiterung für klassische Litfaßsäulen. Der Prototyp, der im LOEWE-Zentrum emergenCITY entwickelt wurde, besteht aus einem Aufsatz mit LED-Display, BOS-Empfänger, Photovoltaik und Methanol-Brennstoffzelle und steht auf dem Riegerplatz in Darmstadt. Dieser ermöglicht es der Feuerwehr, die Nachbarschaft auch dann noch zu informieren, wenn Strom, Internet und Mobilfunk ausgefallen sind.
Gemeinsam mit DiReX diskutierten die Gäste, inwieweit solche Innovationen auch auf Gemeinden wie Otzberg und Münster übertragbar wären. Gerade eine funktionierende Krisenkommunikation ist entscheidend, um Menschen zu informieren und zu warnen.
Heinerboxen: Resilienz im Quartier
Präsentiert wurde den Gästen auch das Digitale Stadtmodell, das mithilfe von Projektionen verschiedene Daten auf einem dreidimensionalen Modell anschaulich darstellt, darunter Daten zur Mobilität, urbane Hitzeinseln oder Einrichtungen des Bevölkerungsschutzes wie Katastrophenschutz-Leuchttürmen.
Außerdem stellte DiReX die in emergenCITY entwickelte Heinerbox vor, die über Sensoren Klima- und Verkehrsdaten erfasst und zugleich resiliente Kommunikationstechnologien erprobt. 40 Heinerboxen hängen derzeit im Lichtenbergblock in Darmstadt. Sie begleiten Verkehrsmaßnahmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, darunter sichere Schulwege, weniger Durchgangsverkehr und mehr Platz für den Radverkehr.
Aktuell forschen die Wissenschaftler:innen daran, wie die batteriebetriebenen Heinerboxen im Ernstfall ein Notfallnetz aufspannen könnten, über das weiterhin Daten für Einsatzkräfte ersichtlich werden und Informationen für die Menschen vor Ort verbreitet werden können.