Smarte und resiliente Kommunen: DiReX auf dem Kongress „Digitale Städte – Digitale Regionen“
DiReX gestaltete eine Session zum Thema "Energiesharing im Krisenfall". © / DiReX
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Urbane Datenplattformen, digitale Bürgerbeteiligung, KI-Marktplatz für Kommunen, digitale Zwillinge: Zu diesen und weiteren Themen tauschten sich Teilnehmer:innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Kongress „Digitale Städte – Digitale Regionen“ am 1. Juni im Lokschuppen Marburg aus. Als Leitthema stand „digitale Resilienz“ in diesem Jahr besonders im Fokus. Dazu lieferte das Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX) vor Ort Hintergrund und Lösungsansätze.
In ihrem Impulsvortrag stellte Michèle Knodt, DiReX-Direktorin und stellvertretende Koordinatorin des LOEWE-Zentrums emergenCITY, vor, was passieren würde, wenn ein Anschlag ein Umspannwerk im Rhein-Main-Gebiet treffen würde. „3,5 Millionen Menschen wären ohne Strom und Wasser“, erklärte die Politikwissenschaftlerin. Digitale Werkzeuge, die in emergenCITY erforscht werden, könnten helfen, so eine Krise zu bewältigen.
Michèle Knodt präsentierte Innovationen aus der Forschung zu digitaler Resilienz. © / DiReX
Dazu gehören die Litfaßsäule 4.0, eine energieautarke Warnsäule, die auch bei Stromausfall Menschen informieren kann. Oder die Heinerboxen: Das sind Sensorboxen, die in der Krise ein Kommunikationsnetz aufspannen könnten, wenn kein Mobilfunknetz zur Verfügung steht. Auch das eHUB, ein Smart Home, das Strom aus Photovoltaik mit der Nachbarschaft oder kritischen Infrastrukturen teilen könnte, wäre eine von vielen Möglichkeiten, die Krisenfestigkeit von Kommunen zu stärken.
Im anschließenden Gespräch mit Moderator Kersten A. Riechers betonte Michèle Knodt: „Wir müssen über die Grenzen schauen. Finnland oder Estland sind besser auf Krisen vorbereitet als Deutschland. Da müssen wir hin.“
Interaktive Communitysession gestaltet
In der Communitysession brachten Teilnehmer:innen ihre Perspektiven ein. © / DiReX
In einer der vielfältigen Communitysessions diskutierten Michèle Knodt und Elisa Berg, DiReX-Geschäftsführerin, mit Vertreter:innen aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft, wie das Teilen von Energie über energieautarke Smart Homes helfen könnte, kritische Infrastrukturen und Quartiere krisenfester zu machen. Ergänzend brachten die Teilnehmer:innen in einer interaktiven Teamarbeit auch ihre Perspektiven ein. Dazu versetzten sie sich in die Rolle von Politik, Verwaltung, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie Wirtschaft, um zu entscheiden, welche Infrastrukturen und gesellschaftlichen Bereiche vorrangig versorgt werden sollen, welche Daten benötigt werden, um Priorisierungen zu treffen und welche Bedarfe und Lücken es noch gibt.
„Der Krisenkommunikation sowie der Wasserversorgung wurden höchste Priorität eingeräumt“, fasste Elisa Berg die Ergebnisse zusammen. „Lücken sehen die Teilnehmer:innen unter anderem in der schlechten Netzabdeckung, in der Krisenvorsorge der Bürger:innen und in den Krisen-, Personal sowie Schichtplänen.“
eHUB und Krisopolis am Stand vorgestellt
Am Stand präsentierten Angela Zimmerling, Elisa Berg, Michèle Knodt und Julia Bicking das eHUB-Modell und das Serious Game Krisopolis. © / DiReX
In der begleitenden Ausstellung präsentierten Angela Zimmerling, Referentin für Kommunikation und Julia Bicking, studentische Mitarbeiterin, das eHUB-Konzept und das Serious Game Krisopolis. Interessierte konnten Krisopolis selbst auf dem Tablet spielen und so erfahren, wie man sich dem Thema Krisenvorsorge spielerisch nähert. Auf Interesse stieß aber vor allem das eHUB, das als Modell dabei war.
KI formulierte Fazit
Der Kongress brachte mehr als 300 Teilnehmer:innen und 47 Aussteller:innen zusammen, um gemeinsam über digitale Resilienz, Datenplattformen, Förderprogramme, smarte Regionen und Digitalisierung in kleinen Kommunen zu diskutieren. Zum Abschluss präsentierte Moderator Kersten a. Riechers einen besonderen Rückblick: Aus den Sprachnachrichten der Gäste hatte eine KI drei Botschaften als Fazit der Veranstaltung formuliert. „Vernetzung vor Ort schafft, was digitale Kanäle nicht können. Kommunen stehen vor denselben Herausforderungen – und sind nicht allein. Konkrete Lösungen – von KI bis Starkregen – machen Digitalisierung greifbar.“