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Student:innen erhalten Auszeichnung für Krisenstabssimulation „Darmstadt ohne Strom“

Mehrere Menschen stehen in einem Seminarraum und halten Urkunden hoch.

Michèle Knodt (2.v.l.), DiReX-Direktorin und Co-Seminarleiterin, und Tim Rieth (links), Innovationsmanager und Co-Seminarleiter, überreichten den fünf Student:innen gemeinsam mit Elisa Berg (rechts), DiReX-Geschäftsführerin, ihre Auszeichnung für das von ihnen entwickelte Planspiel. © Paul Abendschein /

Wie handelt ein Krisenstab, wenn über 24 Stunden der Strom in Darmstadt ausfällt? Um diese Frage zu beantworten haben fünf Student:innen der Technischen Universität Darmstadt ein Planspiel entwickelt. Dafür wurden sie am 20. Oktober von der Seminarleitung ausgezeichnet. Eine Weiterentwicklung bis zur Marktreife mit Unterstützung des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX) ist geplant.

Plötzlich fällt der Strom aus, es geht nichts mehr, ein Blackout. Was nun? Das fragen sich nicht nur die Bürger:innen zuhause, Manager:innen im Büro, sondern auch die kommunalen Verwaltungen. Im Katastrophenfall tritt unter Leitung des:der Oberbürgermeister:in bzw. des:der Landrät:in ein Verwaltungsstab zusammen, der die Lage koordiniert. Um besser zu verstehen, was hier passiert, entwickelten Student:innen im Rahmen des Seminars „Open Situation Room: Katastrophenmanagement verstehen, simulieren und optimieren“ Krisenstabssimulationen.

Für ihre Krisenstabssimulation „Darmstadt ohne Strom“ wurden Jette Maris Fink, Jonas Herkströter, Robin Martens, Adrian Florent Schmidt und Kateryna Volyk jetzt ausgezeichnet. „Ihr Planspiel überzeugt insbesondere aufgrund des klaren administrativ-politischen Fokus, der sehr guten Balance zwischen Realität und Spielbarkeit, der hohen Spielfertigkeit, der starken Immersion und der passgenauen Zielgruppeneignung“, so Michèle Knodt, DiReX-Direktorin, Professorin für Politikwissenschaft und Co-Seminarleiterin.

„Darmstadt ohne Strom“: Unter Zeitdruck Entscheidungen treffen

Im Spiel werden die Rollen des:der Verwaltungsstabsleiter:in, der Führungsstab-Verbindungsperson sowie der vier Verantwortlichen für Sicherheit und Ordnung, Gesundheit, Umwelt sowie Soziales eingenommen. Diese müssen in realistisch-spielerischer Weise gemeinsam unter Zeitdruck Entscheidungen zur Vorsorge, Bewältigung und Nachsorge der Katastrophe diskutieren und treffen. „Durch eine vereinfachte Stadtkarte als Spielfeld, zufällig gezogenen Ereigniskarten und einem herunterlaufenden Timer sollen die Spieler:innen möglichst einfach, aber auch möglichst realitätsnah lernen, wie Krisenstäbe funktionieren“, erklärt Jonas Herkströter, einer der fünf Spielentwickler:innen. „Dabei eine Balance zwischen Spielspaß und Lerneffekt zu finden ist die Herausforderung eines jeden Planspiels.“

In Kooperation mit dem Labor für Unterrichtsentwicklung, Planspiele und Exchange (LUPE) und DiReX wird der Gruppe ermöglicht, ihre Arbeit durch ein strukturiertes Verfahren aus Team- und Expert:innenfeedback sowieExpert:innen- und Zielgruppenerprobung zu einem publikationsfähigen Planspiel weiterzuentwickeln. „Es freut uns sehr, dass unser Planspiel nicht nur am besten bewertet wurde, sondern vor allem, dass wir dieses jetzt gemeinsam weiterentwickeln können,“ so Jette Maris Fink, eine der fünf Spielentwickler:innen.

Seminar „Open Situation Room“

Grundlage für die Planspiele, die im Seminar entstanden, waren theoretische Inhalte und Beispiele aus der Praxis. „In unserem Seminar lernten und analysierten die Student:innen, wie Katastrophenmanagement und insbesondere die Arbeit von Verwaltungs- und Führungsstäben funktioniert“, so Tim Rieth, Co-Seminarleiter und Innovationsmanager in DiReX. Dazu gaben Expert:innen der Hessischen Landesfeuerwehrschule und des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie Einblicke in die praktische Krisenstabsarbeit und deren aktuelle Herausforderungen. Zudem lernten die Student:innen, wie man Planspiele und Simulationen entwickelt, um zielgruppenorientiert und fachlich präzise Kompetenzen im Bereich Katastrophenmanagement zu vermitteln.

Fünf Gruppen entwickelten Krisenstabssimulation

Anschließend setzten fünf Seminargruppen je eine Krisenstabssimulation um, die das Handeln eines Verwaltungsstabes auf kommunaler Ebene während eines mindestens 24-stündigen Blackouts möglichst realistisch und spielerisch simuliert. In der begleiteten Planspielentwicklungsphase testeten andere Student:innen die Simulation. Daraufhin optimierten die Teams ihre Arbeiten noch einmal.

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