Studierende aus Israel informierten sich zu digitaler Resilienz
Michèle Knodt erläuterte zentrale Aspekte digitaler Resilienz vor Studierenden des Simone Veil Research Centre for Contemporary European Studies, Ben-Gurion University of the Negev, Israel. © DiReX /
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Krisen und Katastrophen stellen kritische Infrastrukturen und die Funktionsfähigkeit moderner Städte vor große Herausforderungen. Wie digitale Resilienz dazu beitragen kann, Gesellschaften auch in Ausnahmesituationen handlungsfähig zu halten, stand im Mittelpunkt eines Besuchs Studierender aus Israel im Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX) am 5. Mai 2026.
Zu Gast waren Studierende des Simone Veil Research Centre for Contemporary European Studies der Ben-Gurion University of the Negev (Israel), die sich vor Ort über aktuelle Forschungsansätze informierten.
Einen inhaltlichen Einstieg bot Michèle Knodt, DiReX-Direktorin und Professorin für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt. Sie gab einen Überblick über zentrale Herausforderungen und Forschungsfelder digitaler Resilienz, von der Krisenvorsorge über gesellschaftliche Verwundbarkeiten bis hin zur Bedeutung verlässlicher Informations- und Kommunikationstechnik.
In einem wertvollen Austausch sprach sie mit den Studierenden über digitale Werkzeuge, welche die Resilienz der Gesellschaft erhöhen. Die Studierenden stellten nützliche Anwendungen für das Handy zur Kommunikation in Krisen vor und erzählten über ihren Alltag im Krieg.
„Sie zeigten sich höchst überrascht, dass es bei uns keine Bunker und keine Schutzräume gibt“, so Michèle Knodt. „Sie konnten nicht verstehen, warum deren Bau nicht ganz oben auf der Prioritätenliste der Regierung steht.“
Resilienz sichtbar machen: Das digitale Stadtmodell
Studierende der Ben-Gurion University of the Negev erkunden das digitale Stadtmodell im emergenCITY-Lab. © DiReX /
Ein besonderer Fokus lag auf dem digitalen Stadtmodell, das im LOEWE-Zentrum emergenCITY entwickelt wurde und das Julian Euler, wissenschaftlicher Mitarbeiter in DiReX, gemeinsam mit Michèle Knodt präsentierte. Das Modell ermöglicht es, komplexe Zusammenhänge digitaler Resilienz anschaulich darzustellen und greifbar zu machen.
Auf einem dreidimensionalen Modell der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden mithilfe animierter Projektionen unterschiedliche Datensätze visualisiert. Dazu zählen unter anderem Mobilitätsströme, soziodemografische Strukturen, insbesondere im Hinblick auf vulnerable Bevölkerungsgruppen, urbane Hitzeinseln sowie Kommunikationsinfrastrukturen und Einrichtungen des Bevölkerungsschutzes wie Katastrophenschutz-Leuchttürme.
Das Besondere: Durch die Überlagerung eines physischen Stadtmodells mit digitalen Daten entsteht eine neue Form der Wissenskommunikation. Wechselwirkungen zwischen Stadtstruktur und Resilienz werden unmittelbar sichtbar und ermöglichen einen intuitiven Zugang zu komplexen Fragestellungen.