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Workshop mit tunesischen Forscher:innen zu intelligentem Luftqualitäts-Warnsystem

Elf tunesische und deutsche Forschende stellen sich im emergenCITY Lab zum Gruppenfoto auf.

Welche Gesundheitsprobleme hängen mit schlechter Luftqualität zusammen? Wie kann Datenanalyse mit KI-Methoden dabei helfen? Darüber diskutierten die Teilnehmer:innen des „AirFit“-Workshops im emergenCITY Lab. © / emergenCITY

Forscher:innen aus Tunesien tauschten sich vom 27. bis 28. November an der TU Darmstadt im Rahmen des DAAD-Projekts „AirFit“ in einem Workshop mit emergenCITY und DiReX über ein Warn- und Empfehlungssystem zur Luftqualität aus.

Das Projekt wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Ta’ziz Science Cooperation Program gefördert. Der Workshop brachte Wissenschaftler:innen der Universität Sfax und des Digital Research Center Sfax mit Teams von emergenCITY und dem Anwendungs- und Transferzentrum DiReX zusammen.
 
Im Fokus von AirFit steht ein System, das individuelle Gesundheitsdaten mit Luftqualitätswerten kombiniert und insbesondere chronisch kranke Menschen bei gesundheitlich kritischen Situationen warnen soll. Dafür wurden in Sfax, einer der am stärksten luftverschmutzten Stadt in Tunesien, stationäre und mobile Sensoren installiert und parallel medizinische Parameter über Smartwatches erhoben. Auf Basis dieser Daten soll künftig ein Echtzeit-Monitoring entstehen, das Schadstoffbelastung, Klima- und Gesundheitswerte sowie Nutzerprofile analysiert und per Smartphone Empfehlungen weitergibt.

Teilnehmer:innen des AirFit-Workshops in einer Diskussion im emergenCITY-Konferenzraum.

Die Teilnehmer:innen des „AirFit“ -Workshops während der Diskussion © / emergenCITY

Im Workshop diskutierten Studierende, Promovierende und Lehrende der Universität Sfax und des Digital Research Center Sfax gemeinsam mit den Teams aus Darmstadt, wie sich Luftqualität auf unterschiedliche Krankheitsbilder – von Atemwegs-, Herz- und Hauterkrankungen bis hin zu neurologischen und psychischen Belastungen – auswirkt.

„Die AirFit-Ergebnisse machen deutlich, dass die enge Verbindung von Gesundheits-, Umwelt- und Informatikexpertise entscheidend ist, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und das Potenzial von kombinierter sensorischer Datenanalyse mit KI-Methoden voll auszuschöpfen“, erläuterte Bernd Freisleben, AirFit-Projektleiter in Deutschland, emergenCITY-Direktoriumsmitglied, Direktor von DiReX und Professor für Informatik an der Philipps-Universität Marburg.

Zusammenhänge von Luftqualität und Atemwegserkrankungen besser verstehen

Auch Afef Mdhaffar, Associate Professorin in der Informatik an der Universität Sfax und AirFit-Projektleiterin in Tunesien, ordnete die Bedeutung des Austauschs ein: „In der südtunesischen Stadt Gabès litten in den vergangenen Wochen und Monaten viele Kinder einer örtlichen Schule unter akuten Atemwegserkrankungen, und es wird vermutet, dass diese Gesundheitsprobleme mit der Luftqualität vor Ort zusammenhängen könnten. Unser AirFit-Workshop könnte wertvolle Einblicke liefern und aufzeigen, wie verschiedene Luftqualitätsparameter mit den lokalen Gesundheitsbedingungen zusammenwirken.“
 
Ein durchweg positives Fazit zogen auch Naji Abderraouf und Mariem Mabrouk, wissenschaftliche Mitarbeitende im Projekt: „Wir sind beide fasziniert von den im Workshop identifizierten potentiellen Möglichkeiten, medizinische Daten in Tunesien zu sammeln, zu nutzen und mit KI-Methoden zu analysieren.“
 
Von dem Austausch profitieren auch die Forschungsaktivitäten an der TU Darmstadt: Im Darmstädter Martinsviertel werden derzeit Sensorboxen, sogenannte Heinerboxen, installiert, die langfristig Umweltparameter erfassen und analysieren sollen. „Ich bin mit den Teams von emergenCITY und DiReX, insbesondere mit den Mitarbeitern Frank Hessel und Julian Euler, dazu im Austausch. Meine Mitarbeiter haben zum Beispiel KI-Verfahren zur Erkennung von urbanen Sounds im Wohnquartier entwickelt, die auf den Heinerboxen laufen“, sagte Bernd Freisleben. „Die AirFit-Ergebnisse zu Luftqualität in Verbindung mit Krankheiten und die in AirFit entwickelten KI-Methoden zur Datenanalyse könnten auch für emergenCITY und DiReX von Interesse sein“.

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