Warnung im Krisenfall: Litfaßsäule 4.0 eingeweiht
Matthias Hollick, wissenschaftlicher Koordinator von emergenCITY, Paul Georg Wandrey, Bau- und Ordnungsdezernent Darmstadt, Timon Gremmels, hessischer Wissenschaftsminister, Kristina Sinemus, hessische Digitalministerin, Hermann Meyersick, Geschäftsführer Ströer Media Deutschland GmbH, enthüllten die Litfaßsäule 4.0 am 3. April 2025. © Klaus Mai / emergenCITY
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Die digitale, energieautarke Erweiterung der klassischen Litfaßsäule informiert und warnt Bürger:innen bei Gefahren und im Krisenfall.
Das Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX) begleitet die Weiterentwicklung der Litfaßsäule 4.0 – einem innovativen Konzept für resiliente Krisenkommunikation. Die digitale und energieautarke Erweiterung der klassischen Litfaßsäule informiert Bürger:innen auch dann, wenn andere Kommunikationskanäle wie Mobilfunk oder Internet aufgrund eines langanhaltenden Stromausfalls ausfallen. Am 3. April 2025 wurde der erste Prototyp am Riegerplatz in Darmstadt offiziell eingeweiht.
Von der Forschung in die Praxis
Die Litfaßsäule 4.0 ist das Ergebnis einer Forschungskooperation des LOEWE-Zentrums emergenCITY, der Technischen Universität Darmstadt und dem Medienhaus Ströer. In DiReX wird sie nun in den Transfer überführt: In den kommenden Monaten werden wissenschaftliche Untersuchungen und technische Tests zeigen, wie die Säule von den Bürger:innen angenommen wird und welche Rolle sie künftig im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz spielen kann. Dazu sind unter anderem Umfragen, Zählungen sowie Mensch-Computer-Interaktionsstudien geplant. Gemeinsam mit Ströer, der Feuerwehr, der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Darmstadt Marketing GmbH erfolgen weitere Tests.
Unterstützung aus Politik und Wirtschaft
Die Bedeutung der Innovation wurde bei der Einweihung von Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft hervorgehoben. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus betonte: „Rundherum immer gut informiert, auch im Krisenfall – das ist das Prinzip der Litfaßsäule 4.0. In einer zunehmend digitalisierten Welt müssen wir sicherstellen, dass unsere Infrastrukturen auch im Krisenfall funktionsfähig bleiben.“
„Die in Städten gleichmäßig verteilten Säulen bieten einige Vorteile: Sie gehören zum Stadtbild, allein 155 gibt es in Darmstadt, deutschlandweit sind es rund 65.000. Im Gegensatz zu anderen digitalen Außenmedien befinden sie sich in Wohnquartieren, in der Kernstadt nur 300 Meter zu Fuß entfernt“, sagte Architekt und DiReX Leiter Reallabore Joachim Schulze, der auch Initiator der Litfaßsäule 4.0 ist.
Die Litfaßsäule 4.0 ergänzt vorhandene Säulen, indem das alte Kapitell durch einen Aufsatz mit drei LED-Displays ersetzt wird. Diese zeigen behördliche Informationen und Warnungen an. Betrieben werden sie von einer Methanol-Brennstoffzelle, zwei Photovoltaik-Module auf dem Dach sichern den Stand-by-Modus des Empfängers, den die Feuerwehr per Funk ansteuern kann.
DiReX unterstützt die Weiterentwicklung der Säule. Ziel ist es, die Technologie im Austausch mit Städten, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie Unternehmen so weiterzuführen, dass sie zu einem verlässlichen Baustein der Krisenkommunikation wird – perspektivisch auch über Darmstadt hinaus.
Die Litfaßsäule 4.0 ist eine Erweiterung für bestehende Litfaßsäulen. Nur das Kapitell wird ausgetauscht. © Sascha Mannel / emergenCITY
Litfaßsäulen gehören zum Stadtbild in Deutschland. Der Prototyp der Litfaßsäule 4.0 steht auf dem Riegerplatz in Darmstadt. © Sascha Mannel / / emergenCITY
Zur Pressekonferenz gab Joachim Schulze (2.v.l.), Initiator der Litfaßsäule 4.0, Einblicke in die Forschungskooperation mit Ströer. © Klaus Mai / emergenCITY