„Wichtige Impulse für die Krisenfestigkeit digitaler Systeme“
Die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus (3.v.r.) und Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit Michael Meister (1.v.r.) besuchten das emergenCITY-Lab in Darmstadt. Joachim Schulze (1.v.l.), Leiter der Reallabore im Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX), präsentierte anhand eines Modells das Reallabor eHUB. © Klaus Mai / emergenCITY
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Hessen treibt die Entwicklung innovativer Lösungen für digitale Resilienz und krisenfeste Infrastrukturen konsequent voran und nimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Im emergenCITY-Lab in Darmstadt informierten sich am Freitag, 10. April die hessische Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus sowie Dr. Michael Meister, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, über aktuelle Forschungsprojekte und Demonstratoren, die zeigen, wie digitale Systeme auch in Ausnahmesituationen zuverlässig funktionieren können.
Mit dem Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX) an der Technischen Universität Darmstadt wurde 2025 ein zentraler Baustein geschaffen, um digitale Infrastrukturen widerstandsfähiger zu machen. Ziel von DiReX ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur sichtbar zu machen, sondern sie über Reallabore, Demonstratoren, Start-up-Förderung und Weiterbildungsangebote direkt in die Anwendung zu bringen. Das Zentrum baut dabei auf den Forschungsergebnissen des LOEWE-Zentrums emergenCITY auf. Dort wurden unter anderem mit der „Litfaßsäule 4.0“ und den „Heinerboxen“ Instrumente entwickelt, die in Krisensituationen dazu beitragen, Bürgerinnen und Bürger mit Informationen zu versorgen, wenn andere Kommunikationsmittel ausgefallen sind.
Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit Michael Meister und Digitalministerin Kristina Sinemus im Gespräch mit Michèle Knodt, Direktorin von DiReX. © Klaus Mai / emergenCITY
„Der Besuch im emergenCITY-Lab zeigt eindrucksvoll, wie aus exzellenter Forschung konkrete Lösungen entstehen, die im Ernstfall Leben retten und die Funktionsfähigkeit kritischer Infrastrukturen sichern können. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit setzt wichtige Impulse für die Zukunftsfähigkeit und Krisenfestigkeit digitaler Systeme in Hessen und darüber hinaus. Unser Ziel ist es, Forschungsergebnisse zügig in die Praxis zu bringen – für robuste Netze, verlässliche Kommunikation und funktionsfähige Infrastrukturen im Krisenfall“, sagte Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.
Wie können auch ohne Mobilfunknetz Lageinformationen zwischen zwei Endgeräten übertragen werden? Ein aktuelles Forschungsprojekt zu vernetzten Lagebildern am Beispiel eines Großbrandes präsentierte Vincenz Mechler, assoziierter emergenCITY-Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Sichere Mobile Netze der TU Darmstadt. © Klaus Mai / emergenCITY
„Gesellschaft befähigen, besser mit Katastrophen umgehen zu können“
Dr. Michael Meister, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt betonte: „Das LOEWE-Zentrum emergenCITY zeigt, wie durch interdisziplinäre Kooperation verschiedener Akteure erfolgreich praxisnahe Lösungen zum Schutz digitaler Infrastrukturen von Städten erarbeitet werden können. Die Zusammenarbeit mehrerer hessischer Universitäten mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, der Stadt Darmstadt sowie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat Vorbildcharakter.“
„Im LOEWE-Zentrum emergenCITY konnten wir in den letzten Jahren wichtige Grundlagen erforschen und darauf aufbauend konkrete Lösungen für digitale Resilienz in Katastrophen erarbeiten“, bilanzierte Prof. Dr. Matthias Hollick, Leiter des Fachgebiets Sichere Mobile Netze an der TU Darmstadt und wissenschaftlicher Koordinator des LOEWE-Zentrums emergenCITY, in dem seit 2020 an resilienten Infrastrukturen digitaler Städte geforscht wird. „In der Gegenwart sind Krisen und Katastrophen im Alltag zunehmend präsent. Wir wollen eine langfristige Strategie verfolgen, um die Ergebnisse unserer Forschung kontinuierlich in die Anwendung zu bringen und damit die Gesellschaft insgesamt befähigen, besser mit Katastrophen umgehen zu können.“
Heinerbox-Entwickler Frank Hessel beantwortete Fragen der Digitalministerin und des Staatsministers für Bund-Länder-Zusammenarbeit. © Klaus Mai / emergenCITY
DiReX bringt emergenCITY-Forschung in die Praxis
Prof. Dr. Michèle Knodt, stellvertretende Koordinatorin von emergenCITY und Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX), ergänzte: „Damit diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht in der Forschung verbleiben, sondern Wirkung in Verwaltung, Unternehmen, Behörden und Gesellschaft entfalten, müssen wir sie in die Praxis bringen. Mit DiReX leisten wir bereits jetzt einen wesentlichen Beitrag dazu. Das macht in der Krise den Unterschied.“
Ein Beispiel für die anwendungsnahe Forschung zeigte Prof. Dr. Michael Muma, Principal Investigator im LOEWE-Zentrum emergenCITY und Professor für Robust Data Science am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Darmstadt. Mit seinem Team forscht er anwendungsorientiert zu Einsatzmöglichkeiten von Radarsystemen in der Rettungshilfe: „Der Demonstrator zeigt, wie Radar-Technologie kombiniert mit maschinellem Lernen Menschen selbst durch Wände hindurch lokalisieren und kontaktlos Vitalparameter wie die Atemfrequenz erfassen kann. Eine künftige Anwendung in Katastrophensituationen könnte dabei helfen, verschüttete Personen schneller zu finden und Hinweise auf Lebenszeichen zu erhalten.“
(Quelle: PM Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation vom 10. April 2026)
Michael Muma, Professor für Robust Data Science, erklärte, wie mithilfe von Radartechnologie und maschinellem Lernen Menschen selbst durch Wände hindurch lokalisiert werden könnten. © /
Kamen zum Austausch zusammen (v.l.n.r.): Prof. Michèle Knodt, Prof. Matthias Hollick, Hessische Digitalministerin Prof. Kristina Sinemus, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit Dr. Michael Meister, TU Vizepräsident Prof. Thomas Walther, Sprecher der hessischen SPD-Landtagsfraktion für Digitales und Innovation Bijan Kaffenberger, Prof. Björn Scheuermann und Prof. Michael Muma © Klaus Mai / emergenCITY