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Energiespeicher, Smart Homes und Rettungsroboter: Praxistag zeigt Innovationen

Ein Greifarm eines Roboters bewegt sich vor sechs Personen im HInetrgrund.

Der Rettungsroboter Athena, der zum Praxistag präsentiert wurde, ist mit einem langen Arm ausgestattet. Der Roboter kann autonom verschiedene Aufgaben in unwegsamen Gelände erfüllen. © Klaus Mai / DiReX

Wie werden erneuerbare Energien in Metallen gespeichert? Wie können energieautarke Smart Homes die Resilienz in Krisen erhöhen? Wie unterstützen Rettungsroboter Einsatzkräfte in Katastrophen? Diese und weitere Fragen beantworteten am 29. Januar das Technologie- und Transferzentrum Metal Energy Hub und das Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX) Vertreter:innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zum Praxistag „Zukunftstechnologien für Energie und Sicherheit – Forschung trifft Praxis“.

Eingeladen hatten das Erasmus+ ENGAGEgreen Projekt und das Mercator Science-Policy Fellowship-Programm der Rhein-Main-Universitäten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik, Verwaltung, NGOs sowie Medien zu fördern. Mehr als 30 Teilnehmer:innen, darunter Referent:innen aus den Landes- und Bundesministerien und -ämtern, Landtagsabgeordnete, Vertreter:innen von Kommunen, Polizei und Feuerwehr sowie Unternehmen folgten der Einladung.

Metal Energy Hub: Eisen als Energiespeicher der Zukunft

Der Tag begann mit einem Einblick in das Metal Energy Hub auf dem Campus Lichtwiese an der Technischen Universität Darmstadt, das Metalle wie Eisen und Aluminium als klimaneutrale Energieträger erforscht und in die Anwendung bringen will. Ziel ist es erneuerbare Energie, die aus Wind und Sonne gewonnen wurde, über lange Zeit zu speichern und wieder frei zu setzen.

Marius Schmidt, Geschäftsführer und Technologiemanager des Metal Energy Hubs, führte durch die neue Pilotanlage. In dieser können mehrere Hundert Kilogramm Eisenpulver pro Stunde verbrannt werden, um ein Megawatt Energie frei zu setzen. Damit können nötige Schritte zur industriellen Anwendung getestet werden.

eHUB: Smart Homes als Notstromquelle und Anlaufstelle in Krisen

Das eHub, ein energieautrarkes Smart Home, steht auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt im Herbst.

Das energieautarke eHUB steht auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt. © Jürgen Schreiter, Darmstadt /

Im Anschluss präsentierte Joachim Schulze, Leiter Reallabore bei DiReX, das eHUB, ein energieautarkes Smart Home auf dem Campus Lichtwiese. Er erläuterte das im LOEWE-Zentrum emergenCITY entwickelte eHUB-Konzept. Als inselfähiges Gebäude kann sich das eHUB bei Stromausfall selbst versorgen sowie den Strom, der aus Photovoltaik gewonnen wird, mit Teilen der Nachbarschaft und kritischen Infrastrukturen teilen.

Zudem könnten eHUBs in Krisen Anlaufstellen für die Bevölkerung sein und so die Notfallkommunikation unterstützen. „Auf diese Weise ließe sich in Städten ein Rückfallsystem für den Fall des Blackouts schaffen, das weder zusätzliche Infrastruktur noch zusätzliche Flächen benötigt“, so Joachim Schulze.

In einem Raum des eHUB stehen vier Personen um einen großen Bildschirm.

Joachim Schulze (2.v.l.), Leiter Reallabore, präsentierte den Teilnehmenden das eHUB. © Tim Rieth / DiReX

Mit Rettungsroboter, Stadtmodell und Litfaßsäule 4.0 digitale Resilienz stärken

Michèle Knodt spricht an einem Rednerpult, auf dem ein Laptop steht.

Michèle Knodt, DiReX-Direktorin, gab einen Einblick in die Forschung zu digitaler Resilienz. © Klaus Mai / DiReX

Nach einem gemeinsamen Mittagessen referierte Michèle Knodt, DiReX-Direktorin, über weitere wissenschaftliche Projekte zu digitaler Resilienz. Sie betonte: „Stromausfälle wie in Berlin zeigen, wie anfällig unsere kritischen Infrastrukturen sind und wie dringend es nötig ist, digitale Resilienz jetzt weiter zu stärken.“

Ein Mann im Anzug sitzt inmitten von Zuscher:innen.

Zum Praxistag kamen interessierte Vertreter:innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. © Klaus Mai / DiReX

Anschließend zeigten Julian Euler, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei DiReX und Joachim Schulze den Teilnehmenden das digitale Stadtmodell im emergenCITY-Lab an der TU Darmstadt, das mithilfe animierter Projektion Daten auf einem 3-D-Modell veranschaulicht. Am Modell der Litfaßsäule 4.0 erläuterte Joachim Schulze, wie ein Aufsatz für bestehende Werbesäulen dank Photovoltaik und Brennstoffzelle bei einem langanhaltenden Stromausfall Warnungen und Informationen anzeigen kann. Stefan Fabian, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei emergenCITY, führte den Rettungsroboter Athena, der autonom unwegsames Gelände erkunden kann, vor. 

Menschen schauen auf das tischgroße dreidimensionale Stadtmodell von Darmstadt, auf das in rot und grün Daten projiziert werden.

Die Teilnehmenden des Praxistages bekamen einen Einblick, wie Daten auf dem digitalen Stadtmodell veranschaulicht werden können. © Klaus Mai / DiReX

Eine Frau betrachtet das Modell der Litfaßsäule 4.0.

Am Modell der Litfaßsäule 4.0 veranschaulichte das DiReX-Team, wie leicht resiliente Technologien in das Stadtbild integriert werden können. © Klaus Mai / DiReX

Ein Mann zeigt auf den Rettungsroboter Athena.

Stefan Fabian, wissenschaftlicher Mitarbeiter im LOEWE-Zentrum emergenCITY, zeigte, mit welchen Funtkionen der Rettungsroboter Athena ausgestattet ist. © Klaus Mai / DiReX

Positive Resonanz

„Besonders eindrücklich war für mich das große Potenzial digitaler Resilienz als wichtiger Baustein zur Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen“, resümierte Christian Bachmann von der Koordinierungsstelle für die Resilienz der Netze und Kommunikation des Breitbandbüros Hessen nach der Veranstaltung.

Bernd Freisleben erklärt etwas mit den Händen.

Bernd Freisleben, DiReX-Direktor, diskutiert mit den Teilnehmenden des Praxistages. © Klaus Mai / DiReX

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