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Fünf Jahre nach der Ahrtalflut: Auf bessere Koordination im Katastrophenmanagement kommt es an

Schlammassen und umgestürzte Bäume sind im Vordergrund zu sehen, im HIntergrund ist eine zerstörte Steinbrücke zu sehen.

Die historische Nepomukbrücke wurde bei der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 schwer beschädigt und wurde 2023 abgerissen. © / Adobe Stock

Anlässlich des 5. Jahrestages der Ahrtalflut erläutert Michèle Knodt, Professorin an der TU Darmstadt, was wir aus den Fehlern lernen können.

Darmstadt, 3. Juli 2026. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse durch den Klimawandel sowie hybrider Bedrohungen gewinnt die koordinierte Zusammenarbeit im Katastrophenmanagement an Bedeutung. Darauf weist Michèle Knodt, Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX) an der Technischen Universität Darmstadt, hin.

Zum fünften Jahrestag der Ahrtalflut am 14. Juli betont die Politikwissenschaftlerin: „Eine verbesserte Koordination der Beteiligten sowie eine verbesserte Integration der Zivilgesellschaft würde das Katastrophenmanagement optimieren und die Vorbereitung auf zukünftige Katastrophen und Krisen erhöhen.“

In einer Analyse innerhalb des LOEWE-Zentrums emergenCITY identifizierte sie 2023 mit Kolleg:innen vier Schwachstellen im Katastrophenmanagement, die bereits während der Hochwasserkatastrophe 2021 sichtbar wurden und teilweise weiterhin bestehen. Dazu gehörte die Koordination innerhalb und zwischen Verwaltungs- und Katastrophenschutzstäben. Fehlende Routine und fehlende gemeinsame Fachsprachen verzögerten Entscheidungen. Darüber hinaus gab es zweitens Probleme an der Schnittstelle zwischen Katastrophenschutzstäben und Einsatzkräften. So führten Kommunikationsausfälle zu nicht eingesetzten Rettungskräften.

Hinzu kam drittens die Rolle politisch Verantwortlicher. Die Analyse zeigte, dass die gesamtpolitisch Verantwortlichen auf den unterschiedlichen Ebenen sich teilweise aus dem Verantwortungsbereich des Katastrophenmanagements zurückzogen. Und viertens mangelte es an einer durchdachten Integration der Zivilgesellschaft. Spontanhelfer:innen waren zwar zahlreich vor Ort, wurden aber nicht optimal eingebunden.

„Verwaltungsstäbe benötigen eigene Trainingskonzepte parallel zu Katastrophenschutzstäben, Einsatzkräfte müssen besser über Führungsstrukturen in Großschadenslagen aufgeklärt werden und die Zivilgesellschaft muss besser integriert werden“, sagt Michèle Knodt.

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